Brigitte Gass | Stand 04.10.2009
Der Bau-Praktikant Voß erhielt eine Stelle als Lehrer an der architektonischen Zeichnungsschule in Lahr/Schwarzwald. Er solle „öffentliche Lectionen in der Zeichnungsschule des Mittwochs und Samstags Nachmittags gegen ein monatliches Honorarium von 30 Kreuzer von jedem Lehrling“ geben, heißt es im Schreiben der Schulbehörde des badischen Großherzogs Carl Friedrich.
Der badische Großherzog Leopold ordnete in einem Erlass die Gründung von Gewerbeschulen in Baden an. Im selben Jahr wird der Architekt und Bildhauer Ernst Rehfuß als Lehrer eingestellt. Sein Gehalt betrug 100 Gulden jährlich. Die Schulaufsicht nahm der Schulvorstand wahr, dem Freiherr Ferdinand von Lotzbeck, Geometer Lorenz, Schreinermeister Haller, Mauermeister Demuth, Zimmermeister Chr. Blatt und Schlossermeister Karl Morstadt angehörten.
Der Lahrer Gemeinderat informierte die Öffentlichkeit über die Pflichten der betroffenen Schüler und Meister: „Wer von den pflichtigen Gewerbelehrlingen diese Schule nicht gehörig besucht, kann … nicht freigesprochen werden und es somit nie zur Meisterschaft bringen.“ Die Schule besuchen durften Schüler, die das zwölfte Lebensjahr vollendet hatten. Der Unterricht fand bis zum großen Schulhausbrand im Jahr 1877 im Zeichensaal des Pädagogiums statt.
Die „Architektonische Zeichnungsschule“ verlor durch einen großen Brand fast alle Modelle und einen großen Teil ihrer Inneneinrichtung, so dass der Unterricht sieben Wochen ausfallen musste. Danach wurden die Lehrlinge im Theatersaal der Kasino-Gesellschaft im Pflug unterrichtet. 1878 Die Gewerbeschule bezog Räume im Südflügel der Luisenschule und bekam einen eigenen Eingang in der jetzigen Lotzbeckstraße. Die komplette Einrichtung sowie die Lehrmittel wurden neu beschafft und eine zweite Lehrerstelle eingerichtet.
Unter Schulvorstand Gottlieb Graef wurden die Unterrichtsräume erweitert. In den Jahren danach folgten noch zwei Lehrwerkstätten, die auch die praktische Weiterbildung für Gesellen und Meister möglich machten. Da die Schülerzahl stetig stieg, konnten Fachklassen für Schlosser und Kartonager gebildet werden. 1908 Über das Ortsstatut und die örtliche Schulordung für die Gewerbeschule wurde der Gewerbeschulzwang eingeführt, was die Zahl der Schüler bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges auf 441 steigen ließ.
Die städtischen Schulgebäude mussten der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt werden. Die Gewerbeschule zog für zwei Jahre in die Kaserne um. Im ersten Kriegsjahr fiel der Unterricht komplett aus und wurde im November 1915 im Gasthaus „Grüner Baum“ in Burgheim wieder aufgenommen.
Die Schulräume in der Luisenschule konnten wieder bezogen werden.
Die Schulräume wurden als Gefangenenlager genutzt, so dass der Unterricht vorübergehend in das ehemalige Badersche Tabakmagazin in der Tiergartenmühlgasse verlegt wurde.
Endlich war wieder geregelter Schulbetrieb in den Räumen in der Luisenschule möglich.
Die Lahrer Gewerbeschule hatte in diesen Jahren 807 Pflichtschüler und litt wieder einmal unter Platzprobleme, da die Schüler auch Deutsch, Staatskunde und Religion unterrichtet werden mussten.
Die Jahre während des zweiten Weltkrieges brachten für die Gewerbeschule erhebliche Schwierigkeiten mit sich. Schüler wie Lehrer wurden eingezogen, das Schulgebäude für militärische Zwecke genutzt.
Im November wurde der Unterricht wieder aufgenommen, und zwar in der Milchzentrale, in der Brauerei Zahler und im „Kleinen Meierhof“. Alle Beteiligten musste improvisieren, die Sekretärin der Gewerbeschule, Ida Goehry, beschwerte sich über die vielen Mäuse in der Milchzentrale.
Die Gewerbeschule zog ins Friedensheim um, wo genügend Räume für einen geordneten Unterricht zur Verfügung gestellt werden könnten. Heute ist hier die Badische Malerfachschule untergebracht.
Erster Spatenstich für den Neubau der Gewerbeschule in der Tramplerstraße.
Die Gewerbeschule Lahr zog in die neuen Schulgebäude in der Tramplerstraße um. Geleitet wurde die Schule damals von Oberstudiendirektor Fleig.
In diesem Jahr wurde das Technische Gymnasium in Kooperation mit der Kaufmännischen Schule Lahr eingerichtet.
Seit diesem Jahr werden an der Gewerblichen Schule Lahr Techniker der Fachrichtung Fertigungstechnik ausgebildet.
Bezug der neu gebauten Kfz-Werkstatt im westlichen Teil des Schulkomplexes.
Wegzug der Hauswirtschaftsschule aus dem Seitenflügel, der nun von den Friseuren und Druckern genutzt werden konnte. In diesem Jahr wurde auch der erste Computerraum an der Schule eingerichtet.
Die Metall- und die Bauabteilung bezog den Neubau im Südwesten, wo eine Schweißwerkstatt, zwei Metallwerkstätten und eine große Werkstatt für die Bauberufe mit Sammlungsräumen entstanden sind.
Der Ortenaukreis übernahm die ehemals kanadische Westendschule, um die Raumnot der Gewerblichen Schulen Lahr zu beheben. Das Oberschulamt Freiburg hatte einen zusätzlichen Bedarf der Schule von rund 1700 Quadratmetern errechnet. Ab November wurde in den Gebäuden neben dem Lahrer Hallenbad bereits Theorieunterricht erteilt.
In diesen Jahren wurde die Westendschule umgebaut, für die geplante Kleinturnhalle reichte das Geld allerdings nicht.
Dieses Schuljahr war von großen Umzugsaktionen geprägt. Die Abteilungen Elektrotechnik, Farbtechnik, Bautechnik, Körperpflege, die zweijährige Berufsfachschule und zwei Klassen des Berufsvorbereitungsjahres bezogen ihre Räume im „Westend“.
In diesem Schuljahr startete die erste Kooperationsklasse „Hauptschule – Berufliche Schule“
Das neu eingerichtete Berufskolleg Grafik-Design begann mit dem regulären Schulbetrieb. Das staatliche Kolleg an der Gewerblichen Schule Lahr ist einer von drei Standorten mit dieser Schulart in Baden-Württemberg. Und auch für das Technische Gymnasium wurde ein zweites, kreatives Profilfach, die „Gestaltungs- und Medientechnik“, eingerichtet.
Die sanierte und erweiterte Schreinerwerkstatt wurde eingeweiht.
Seit diesem Schuljahr wird das Technische Gymnasium eigenständig an der Gewerblichen Schule Lahr betrieben. Die Abteilung Farbtechnik wechselt an die Badische Malerfachschule.
Die BEJ-Klassen (Berufseingangsjahr) starten als Versuchsklassen. Für die beiden Klassen im Berufsvorbereitungsjahr wird die Ganztagesbeschulung eingerichtet.
Die Gewerbliche Schule Lahr verliert die Abteilung Holztechnik. In der Abteilung Druck/Medien wird eine neue Vierfarben-Druckmaschine angeschafft.
Die Fachschule für Technik (Technikerschule-Metalltechnik) wird zweizügig.
Pädagogium 1804-1841
Statut, Staats-Regierungsblatt am 21. 06. 1834
Luisenschule, Brand
Urteilsplatz und Stiftschaffnei um 1900
Grüner Baum
Luftaufnahme 1912
Malerfachschule 1933
Neubau der Gewerblichen Schule Lahr 1962
Außenstelle "Westend"
| 20. Februar bis 24. Februar Fastnachtsferien |
| Samstag, 24. März Aufnahmeprüfung - 3BK Grafik-Design |
| 2. April bis 13. April Osterferien |
| Mittwoch, 18. April Eltern- und Ausbildersprechabend |
| Montag, 30. April Brückentag (bewegl. FT) |
| 29. Mai bis 8. Juni Pfingstferien |
| 26. Juli bis 7. September Sommerferien |